Tierarztpraxis Lautenschläger

Newsletter-Zahnerkrankungen

Zahnerkrankungen bei Hund und Katze

Beim Menschen heißt es, alle halbe Jahre zum Zahnarzt. Defekte beseitigen, wenn der Schaden noch klein ist.

Doch wie sieht das Ganze bei unseren Haustieren aus? Wie stelle ich fest, ob mein Tier vielleicht Zahnprobleme hat?


Die häufigsten Ursachen für Zahnerkrankungen bei unseren Haustieren:

1. Zahnstein ist die Ursache Nummer eins für unangenehmen Mundgeruch und Entzündungen des Zahnfleisches. Wie bei uns, ist Zahnstein die ideale Brutstätte für Bakterien.

2. Parodontose heißt es, wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, sich Taschen mit Futterresten bilden und die Zahnhälse oder gar Zahnwurzeln freiliegen. Es ist häufig eine Folge von starker Zahnsteinbildung bei unseren Hunden und Katzen.

3. Zahnhalsentkalkungen (FORL) bei Katzen: Durch Entzündungsprozesse in der Maulhöhle kommt es zu Entkalkungen an den Zahnhälsen, die z.T. scharfkantige Löcher entstehen lassen. Diese Prozesse sind schmerzhaft und kommen bei 30% aller Hauskatzen vor.

Karies kommt nur bei 1-2% der Hunde vor.

Wie kommt es zu Zahnstein und welche sind die Folgen?

Zahnstein und Parodontose greifen nicht nur unsere Zähne, sondern auch die unserer Haustiere an. Deshalb können Zahnerkrankungen beim Hund und bei der Katze ähnlich schlimme Auswirkungen haben wie bei uns Menschen.

Zuerst bildet sich Zahnbelag (Plaques), bestehend aus Speichel, Nahrungsresten, Bakterien und deren Stoffwechselprodukten. Zahnstein entsteht, wenn sich Mineralsalze aus dem Speichel in die Plaques einlagern und aushärten. Der Zahnstein schiebt das Zahnfleisch weg und es kommt zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen.

Dann entstehen schmerzhafte freiligende Zahnhälse und Entzündungen, in denen sich unerwünschte Bakterien vermehren. Bakterien aus der Maulhöhle können sich dann über die Blutgefäße im Körper verteilen und so an den verschiedensten Stellen im Körper Krankheiten auslösen.

Zahnprobleme können wie bei uns Menschen mitverantwortlich für z.B. Nierenerkrankungen, Herzklappen- und Gelenkprobleme sein.

Viele Hunde und Katzen, die älter als 6 Jahre sind, haben Zahnprobleme bzw. krankhafte Veränderungen in der Maulhöhle.

Bei Hunden gibt es sehr unterschiedliche Veranlagungen zu Zahnsteinanbildung und Zahnproblemen. So kommt es beim Pudel, Yorkshire Terrier oder Chihuahua sehr häufig und auch in frühen Jahren zu Zahnsteinanbildung, der Retriever hingegen ist davon kaum betroffen.

Woran erkenne ich Zahnprobleme bei meinem Haustier?

-Mundgeruch

-Rötung vom Zahnfleisch

-Schmerzen: Sie werden meistens zu spät erkannt. Wenn ihr Tier nicht mehr frisst, aufjault, den Kopf schräg hält oder beim Fressen das Futter wieder fallen lässt, dann sind die schmerzhaften Zahnprobleme schon sehr weit fortgeschritten. Die Tiere werden kopfscheu.

Zahnpflege auch bei Hunden und Katzen?

Leider ist bei vielen unserer Hunde und Katzen eine regelmäßige Zahnpflege nötig, da das heutige Nass- und Trockenfutter Zahnerkrankungen wie Zahnstein und Parodontose regelrecht fördert und nichts mehr mit der ursprünglichen Nahrung bzw. Nahrungsaufnahme eines Wolfes/Wildkatze zu tun hat.

Was kannn ich vorbeugend tun?

- Das Gebiss regelmäßig kontrollieren bzw. beim Tierarztbesuch kontrollieren lassen.

- Frühzeitig mit dem Zähneputzen beginnen, wenn ihr Haustier diese Veranlagung hat und es zulässt.

- Im besten Fall täglich die Zähne mit einer speziellen Hundezahnbürste/ Zahnputz-Fingerling, etc reinigen.

- Es gibt auch spezielle Hundezahncremes mit einem für die Tiere angenehmen Geschmack und bestimmten Enzymen, die der Mineralisierung von Zahnstein entgegen wirken.

Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.

Und wie schaffen wir es bei unseren „Raubtieren“ die Zähne zu putzen??

Hier eine kleine Anleitung:

Zähneputzen beginnt man am besten spielerisch und regelmäßig schon im Welpenalter, so dass es zum Standardrepertoire eines Hundes und einer Katze wird.

Beginnen Sie, in dem Sie ihrem Welpen spielerisch immer wieder das Maul öffnen und loben sie ihn dabei. Zur Gewöhnung ans Zähneputzen massieren Sie das Zahnfleisch zunächst nur mit dem Finger – ohne Bürste. Wenn die Massage akzeptiert wird, versuchen Sie es mit der Zahnbürste oder einem Zahnpflegefingerling. Wichtig ist, dass die Gewöhnung sanft und verbunden mit viel Lob erfolgt, in welchem Alter Sie auch damit beginnen, damit Ihr Hund und Ihre Katze keine Angst vor der Zahnpflege bekommt.

Wir wünschen viel Erfolg!